Startversuch: die erste!

Diesmal sollte das kleine Handgepäck reichen: Batterie aus dem anderen Bus, neue Bremsleitung, ein Benzinkanister und jede Menge naive Hoffnung.

Sollte reichen. Hat es aber nicht. Die Batterie schaffte es gerade einmal dem Motor mit herausgedrehten Zündkerzen etwas Öldruck zu verpassen. Dann quittierte sie den Dienst. Kein Problem, eine neue Batterie zu besorgen wird ja nicht allzu schwer sein. Doch Baumarkt und famila hatten derartiges nicht im Angebot und die Barschaft war für den Kauf beim örtlichen Autobedarf zu knapp bemessen. Also besorgte ich mir ein Starthilfekabel, einen weiteren vollen Kanister feinsten Supers und einen neuen Spritfilter (der alte war nurmehr ein Staubabdruck seiner selbst). Was dann folgte, im Jahrzehnt der medialen Selbstdarstellung per Digitalkamera-Videomodus auf Speicherkarte festgehalten, war eine deprimierende Choreographie des Dilletantismus. Ein erster Startversuch mit einer Person glückt nur dann, wenn er glückt. Glückt er nicht… dann glückt er nicht. Und die Fehlersuche allein funktioniert nur bedingt. In Anbetracht des ausbleibenden Erfolges wollte ich dem Anlasser dann nicht auch noch den Rest geben und begab mich mit der Bremsleitung unter Tage. Die alte Leitung fiel mir buchstäblich entgegen und die neue ließ sich auch gut anpassen. Doch beim Verschrauben verließ mich dann der Schwung. Mir fiel ein Dreckteilchen ins Auge und nach dem Herausspülen desselben entschied ich mich dafür, die Arbeit für heute aufzugeben und all meine Hoffnung auf einen Schraubertag mit Urs in der nächsten Woche zu setzen. Dann hätte ich noch genau 2 Tage für die Beschaffung von Kurzzeitkennzeichen. Aber da ist er ja schon wieder: dieser naive Optimismus…

Wenn mit Hochdruck gearbeitet wird, können Träume platzen

Und wieder hat es keine 14 Tage gedauert, dass die fehlenden Teile besorgt werden konnten. Hier half es unheimlich, dass zwei ausgewiesene T3-Spezialisten ihren Fundus öffneten und auf diese Weise ein Steuergerät für die Zündung sowie ein recht seltener kompletter Kabelbaum für Vergasermotoren mit Servolenkung ihren Weg zu mir fanden. Mit diesen Sachen im Gepäck und zusätzlich einer Gallone Bremsflüssigkeit ging ich wieder frisch ans Werk. Sogar meinen feingeistigen Bruder konnte ich zu Mithilfe bewegen: er sollte die Pedale von Bremse und Kupplung betätigen und so die Hauptrolle bei der Entlüfung des Hydrauliksystems spielen. Beinahe war es unheimlich: Jeder Entlüftungsschraube lies sich butterweich öffnen, und ehe ich mich versah, war ich schon beim letzten Rad angekommen. Doch plötzlich blubberten beim Pedaltritt keine Luftblasen mehr in mein Entlüftungsgefäß sondern ein unheilvolles Geräusch vom entgegengesetzten Fahrzeugende war deutlich hörbar. Die hintere rechte Bremsleitung hatte sich buchstäblich in Luft aufgelöst. Bereits der leichte Druck, der nun auf dem System war, reichte aus, um sie zum Bersten zu bringen. Im ersten Moment: Ärger! Im zweiten Moment: Was für ein Glück! Nicht auszudenken, wenn es auf der ersten Probefahrt passiert wäre! Im Zweifel wären mehr als 4 Jahre Arbeit völlig umsonst gewesen. Der Kabelbaum war dann die zweite Prüfung, der konnte überwiegend richtig angeschlossen werden. Mit neuer Bremsleitung und einigen Kabelbelegungsantworten geht es dann am Dienstag zum ersten Startversuch.





1. April: Nicht zu Scherzen aufgelegt.

Ein erster April wie er im Buche steht. Punkt 8 Uhr morgens stehe ich mir der Sonne auf. Strahlend blauer Himmel. Harro hat sich angekündigt, will mir mental und schraubend zur Seite stehen. Doch mein dumpfes Gefühl letzte Woche an der Teiletheke sollte mich eigentlich drauf vorbereitet haben, dass nicht alles passt. Außerdem fällt dieser erste April heuer auf einen Sonntag.

Doch zunächst zurück zum dumpfen Gefühl. Die neue Generation von Teilespezialisten in den Autohäusern ist von einer erschreckenden geistigen Unflexibilität gekennzeichnet, so auch in diesem Fall: 50% der ausgehändigten Teile entsprachen nicht der Bestellung. Dumm nur, wenn man die Teile nicht selbst abholen kann, sondern diese Aufgabe deligieren muss. Dann fällt der Fehler leider erst zu spät auf. In diesem speziellen Fall ging es um Gummischeiben, mit denen der Kühler in seiner Halterung gelagert wird. Ein banales Teil, besonders wenn es fehlt und stattdessen Metallklammern geliefert werden. Die Alternative war schnell gefunden: Dichtringe von Bügelverschluß-Bierflaschen. Nach Aufbohren des Plastikkerns erfüllten sie exakt dieselbe Aufgabe wie die originale Lösung.

Positiv hervorzuheben ist die sonstige Kühlwasser-Verschlauchung. Hier konnte ich innerhalb einer einzigen Woche nahezu alle benötigten Teile besorgen, die Harro dann gewohnt sachlich-präzise an ihren Platz sortieren konnte. Der Motorraum füllt sich damit immer weiter.

Schließlich wurde noch Auspuff komplett mit Endrohr montiert. Was für ein Anblick! Wie ein richtiges Auto!

Doch dann: der Blick in die Kabelkiste macht alle naiven Vorstellungen eines Motorstarts zunichte. Keine passenden Kabel dabei. Ein DG mit Servolenkung ist eben doch eine ganz exklusive Veranstaltung. Das Fazit des Tages ist dann im Grunde überwiegend positiv, wenn ich mir dennoch etwas mehr Fortschritt versprochen hätte. Aber wenn der Kühler an seinem Platz sitzt, das Endrohr aufmunternd unter dem Heckblech hervorlugt und in Sachen Verständigung zwischen Geistes- und Ingenieurswissenschaft ein weiterer Meilenstein gesetzt worden ist, dann kann man doch von einem kleinen Erfolg sprechen.

Der weitere Plan: Kabelbäume und Steuergeräte besorgen. Start!

Neues Jahr, neues Glück: Neuer Motor

Wieder war einige Wochen Funkstille. Den neuen Motor habe ich inzwischen bekommen, er liegt bereits im Kofferraum seines künftigen Arbeitgebers. Auch wurde ein Haufen Neuteile besorgt. Und in freudiger Erwartung des morgigen Tages kann ich sagen: es wird, es wird.


Morgen gibts dann die erste Montage. Möglicherweise nicht des Motors IN den Bus, doch aber die Montagevorbereitung für den Einbau. Man darf gespannt sein.

Teure Weihnachten

Jetzt ist es offiziell: Der Motor wird überholt. Er soll neue Kolben und Laufbuchsen sowie neue Köpfe bekommen. Weitere Details gibt es später, wenn er fertig ist. Die Kosten belaufen sich auf knappe 3000 Euro. Damit ist die letzte Mammut-Investition dann auch getätigt und die restlichen Ausgaben werden eher geringer ausfallen. Was nicht heißt, dass die Summe doch noch wieder beträchtlich wird.

Der kecke Plan: Nächsten Sommer geht es mit diesem Bus und keinem anderen in den Urlaub.

Abnehmender Erfolg

Heute ging es dann eigentlich auch gut weiter.











Und als ich gerade die letzte Schraube von den Haltebändern angezogen hatte, fiel uns der erste Tropfen unten am Tank auf. Tja, ein Stecknadelkopf-großes Loch direkt mittig unten. Den Tank habe ich vor ca 3 Jahren abgeschliffen und mit Rostschutzfarbe gestrichen. Bei der Aktion musste auch einiges an Unterbodenschutz von der Unterseite, was dieses Loch wohl verklebt hatte. Dann lag er drei Jahre mit etwas Restsprit im Keller und nun das. Gelinde gesagt ist die Stimmung gerade auf dem Tiefpunkt. Also neuer Tank her. Warum mach ich das eigentlich?

Den Rest des Tages hab ich dann schlecht gelaunt den Unterboden weiter bearbeitet.

Zweimal Schrott, zweimal Erfolg

Heute war es wieder so weit, Aktivität in Sachen Bus. Zunächst ging es auf den Schrott. Gesucht wurde ein Kabelbaum für die Rückleuchten mit werksmässig verbauter Anhängerkupplung. Hier konnte der erste Erfolg verzeichnet werden. Für 10 Euro gabs einen unverbastelten Kabelbaum.

Dann gings weiter, diesmal zum Metallhandel. Insgesamt 4 Türen, ein Endtopf, etwas kleinkram, 4 Bremsscheiben. Dafür gab es 22 Euro für insgesamt 110kg. Und wir wissen nun, Urs Bluestar wiegt mit Fahrer 1840kg. Also alles prima.  Noch schnell die Garage aufgeräumt, damit es morgen dann weitergehen kann.

Und ich hab doch noch Lust!

Nach den Bedenken, die ich letztes Wochenende am Abend eines Basteltages hatte, nun doch wieder die Motivation. Obs an der räumlichen Entfernung zum Objekt liegt oder an der Bestellung von Teilen im Werte von 80 Euro (wohlgemerkt, Kleinteilen), in jedem Fall freue ich mich auf das Wochendende, wenn es weitergehen soll. Die Pläne sind ehrgeizig. Tank und Schaltgestänge verbauen, Elektrik im Innenraum verkabeln, Motor vom Auspuff befreien. Erwähnte ich schon, dass ich Lust hab?

Sommer Nummer 4…

… mit einer Baustelle in der Garage. Mir fällt auf, dass es immer schwieriger wird, ein Fahrzeug wieder aufzubauen, wenn man a) kein Geld hat oder b) bei jeder Ausgabe ein schlechtes Gewissen bekommt.

Nachdem ich bei VW Classicparts für 50 Euro Teile bestellt hatte, die ich für die Fertigstellung der Schaltung benötigte traf dann ein Päckchen mit den Ausmaßen einer Knäckebrot-Packung ein, und sofort kamen wieder Zweifel an der Realisierungs-Wahrscheinlichkeit in 2011. Therapeutisches Basteln half hier nur bedingt, dennoch will ich es nicht vorenthalten. Im Einzelnen:

Heizungsgebläse wieder montiert.
Kabelbäume im Armaturenbrett angeschlossen.
Kabelbaum vorn verlegt für Scheinwerfer und alles, was sich hinter dem Grill versteckt.
Türverkleidungen vorn angebracht.
Ganz wichtig: 6×14 Stahlfelgen mit Radkappen angebracht (die Reifen reißen dann das nächste Loch in die Kasse, wenngleich das nun meine geringste Sorge ist)
Motorraum lackiert und Kabel sortiert.
Windschutzscheibe eingezogen.

So, bitte, nun aber.

An einem Tag im Dezember…

… erfolgte der Rückschlag in Sachen Antrieb.

Es wäre ja auch zu einfach gewesen, hatte ich mich doch so gefreut, dem Vorbesitzer meines Busses (vielmehr der Karosse) den ursprünglich und original verbauten Motor abzukaufen. Leider stellte sich beim Abnehmen der beiden Zylinderköpfe heraus, dass es mit einer neuen Wassermanteldichtung wohl nicht getan ist.

Vielmehr stehe ich nun vor der Entscheidung: Komplettüberholung oder Kauf eines weiteren Gebrauchtmotors… Da ich eigentlich ein von Grund auf überarbeitetes Fahrzeug haben will, liegt eigentlich ersteres nahe.

Allerdings habe ich mich für einen weiteren Gebrauchtmotor entschieden, aus dem ganz einfachen Grund, dass ich zumindest erstmal das gesamte Auto zusammenhaben möchte und auch so, dass es fährt.

Vielleicht ist es nur ein psychologischer Grund, aber nach 3 Jahren habe ich einfach keine Lust mehr, dass immer noch Dinge fehlen. Und bei der stattlichen Sammlung an Gebrauchtmotoren sollte es nicht schwer fallen, einen Motor wirklich fertig zu machen, während er Bus wenigstens schonmal komplett zusammengebaut ist.

Aus meiner Sicht hat es also weniger mit Pfusch zu tun als mit einem psychologisch großen Schritt in Richtung fahrender Bus.

So genug gelangweilt, Bilder vom Motor gibts diesmal hier: